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Initiative gegen Kinderunfälle.

Sicherheitsrisiko: 65 Prozent der Kinder im Straßenverkehr zu dunkel gekleidet!

In der dunklen Jahreszeit steigern schlechte Witterungs- und Sichtverhältnisse das Risiko für Verkehrsunfälle besonders dann, wenn die schwächeren Verkehrsteilnehmer - nämlich Fußgänger und Radfahrer - von den Autofahrern nicht ausreichend oder zu spät wahrgenommen werden. Eine aktuelle KFV-Erhebung zeigt, dass drei von vier Kindern und 93 Prozent der Erwachsenen ab 55 Jahren zu dunkel gekleidet sind. Das KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit) empfiehlt helle Kleidung und Reflektormaterialien für mehr Sicherheit im Straßenverkehr.

Wien, 30. Oktober 2015


Für Fußgänger und Radfahrer beginnt im Herbst die gefahrenträchtigste Zeit des Jahres, denn etwa ein Drittel aller Unfälle geschieht bei Dämmerung, Dunkelheit oder künstlicher Beleuchtung. Im Jahr 2014 ereigneten sich in Österreich insgesamt 4.258 Unfälle mit Fußgängern, wobei statistisch gesehen Oktober bis Jänner die gefährlichsten Monate für Passanten sind. Einem besonderen Risiko sind dabei wie immer die jüngsten Verkehrsteilnehmer ausgesetzt. Insgesamt verunglückten 742 Kinder (bis 14 Jahre) als Fußgänger bei Verkehrsunfällen im Jahr 2014.
Gerade im Herbst und im Winter legen Kinder ihren Schulweg - ob als Fußgänger oder Radfahrer - oft im Dunkeln zurück und sind schon alleine aufgrund ihrer Größe sowie ihres oft unvorhersehbaren Verhaltens eine große Risikogruppe für Unfälle. Hinzu kommt laut einer aktuellen Erhebung des KFV auch noch, dass in Österreich mehr als 60 Prozent der Kinder zu dunkel gekleidet sind. "Das Ergebnis unserer Untersuchung ist besorgniserregend. Nur eines von vier Kindern trägt gut sichtbare, helle Kleidung oder verwendet Reflektoren auf Jacken, Schultaschen oder Schuhen. Generell kann man sagen, dass je älter das Kind ist, desto weniger ist es mit Reflektoren & Co ausgestattet. Im Erwachsenenalter sinkt die Bereitschaft sich sichtbar zu kleiden deutlich ab. 93 Prozent der Personen ab 55 Jahren sind zu dunkel gekleidet. Als Grund stehen hier meist modische Gründe und falsche Eitelkeit im Vordergrund", erläutert DI Klaus Robatsch, Leiter des Bereichs Forschung & Wissensmanagement im KFV. "Neben der eigenen persönlichen Sicherheit gilt es, besonders Eltern darüber aufzuklären, dass es primär nicht wichtig ist, ob ihr Nachwuchs modisch gekleidet ist, sondern dass es hier um das Leben ihrer Kinder geht und diese entsprechend ausgerüstet sein müssen, wenn sie in der Dämmerung bzw. Dunkelheit draußen unterwegs sind."

Im Straßenverkehr gut sichtbar zu sein, kann lebenswichtig sein


Wer sich gut sichtbar kleidet, reduziert das Risiko eines Unfalles um fast 50 Prozent. Mit Reflexmaterial auf Kleidung, Schuhen, Schultaschen, Rucksäcken und Radhelmen und grundsätzlich heller Bekleidung ist man im Dunkeln weitaus sichtbarer unterwegs. Schuld an der oftmals schlechten Erkennbarkeit von Fußgängern und Radfahrern ist, dass sich bei Dämmerung und im Dunkeln die Fähigkeit des menschlichen Auges, Objekte wahrzunehmen, erheblich verringert. Autofahrer können daher besonders Fußgänger im Dunkeln nur sehr schlecht erkennen und daher erst spät reagieren. Ein Fußgänger mit reflektierender Kleidung ist bei Abblendlicht vom Autofahrer bereits aus rund 150 Metern Entfernung deutlich zu erkennen - ein dunkel Gekleideter erst aus etwa 20 bis 30 Metern. "Fußgänger sehen zwar hell beleuchtete Kraftfahrzeuge bereits von weitem, aber es ist ein Irrtum zu glauben, dass man in der Dämmerung oder im Dunkeln von Fahrzeuglenkern ebenfalls automatisch wahrgenommen wird - egal wie gut sichtbar man sich selbst fühlt", so Robatsch.

Sicherheitstipps des KFV für die dunkle Jahreszeit:

  • Die Kleidung von Kindern aber auch Erwachsenen soll so hell wie möglich sein.
  • Schultaschen und Rucksäcke sollen auffällige, helle Farben haben und mit reflektierenden Elementen ausgestattet sein.
  • Reflexmaterialien sollen in der Höhe des Streuwinkels des Abblendlichtes getragen werden. Bei Kindern sollte der ganze Körper, von den Schuhen bis zum Oberkörper, reflektierende Elemente aufweisen.
  • Reflektoren sollen rundum strahlen, um Fußgänger auch seitlich sichtbar zu machen.
  • Reflektierende Kleidung alleine nützt nichts, wenn man sich nicht sicherheitsbewusst verhält. Fußgänger sollen daher immer Blickkontakt mit dem Autofahrer halten.
  • Fahrzeuglenker sollen insbesondere nach Einbruch der Dämmerung im Bereich von Schulen, Einkaufszentren oder Märkten mit erhöhter Aufmerksamkeit fahren.
  • Wenn Fußgänger eine Straße queren, soll das insbesondere nach Einbruch der Dunkelheit nur an gesicherten Stellen geschehen. Ampelanlagen, Schutzwege, Über- und Unterführungen bieten zumindest ein Mindestmaß an Sicherheit.