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Initiative gegen Kinderunfälle.

Wissen schützt: KFV-Kindersicherheitstour zur Vermeidung von Kinderunfällen

Wie sieht die Welt aus der Sicht eines Kindes aus? Welche Gefahren gibt es in der Wohnung und näheren Wohnumgebung, die uns Erwachsenen oft nicht bewusst sind? Wie sichere ich mein Kind im Auto richtig? Diese und ähnliche Fragen stehen im Fokus der KFV-Kindersicherheitstour, die in den Sommermonaten Juli und August in den österreichischen Bundesländern Station macht.

Am 09. Juli 2015 findet die als „Mini-Messe“ konzipierte Veranstaltung im Q19 Einkaufsquartier Döbling statt. Seit Jahren stagniert die Zahl der Kinderunfälle in Österreich auf hohem Niveau. Die vom KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit) 2014 ins Leben gerufene Initiative „VISION ZERO 2020“ soll gemäß dem Motto „Volle Aufmerksamkeit - Null Unfälle!“ mit kreativen Aktionen und gezielten Informationen das Bewusstsein für den Schutz der Kleinsten in Österreich steigern.

„Volle Aufmerksamkeit – Null Unfälle“ lautet das Motto der Sicherheitstour des KFV. Im Mittelpunkt der Veranstaltungsreihe steht dabei die Vermeidung von Kinderunfällen in allen Lebensbereichen. Ziel der Informationsoffensive ist es, sowohl Eltern als auch Kinder auf Präventionsmaßnahmen aufmerksam zu machen sowie für Gefahrensituationen und das richtige Verhalten im Ernstfall zu sensibilisieren. So wird am 09. Juli 2015 im Q19 Einkaufsquartier Döbling beispielsweise eine überdimensionale Küche aufgebaut, um Erwachsenen die Perspektive eines Kindes zu vermitteln und potentielle Gefahrenquellen im Haushalt sichtbar zu machen. Darüber hinaus beraten die KFV-Sicherheitsexperten bei den verschiedenen Stationen zu den Themen Stürze, Verbrühungen und Verbrennungen, Ertrinkungsunfälle sowie Fahrradsicherheit und stellen Sicherheitsvorrichtungen wie Treppenschutzgitter, Fenstersicherungen und Schwimmbadeinzäunungen vor.  Und natürlich darf auch der Kinder-Sicherheitsexperte Helmi nicht fehlen!

„In Österreich ereigneten sich im letzten Jahr rund 165.000 Unfälle, bei welchen Kinder so schwer verletzt wurden, dass sie im Krankenhaus behandelt werden mussten. Dabei wäre ein Großteil dieser Unfälle vermeidbar“, so Dr. Othmar Thann, Direktor des KFV. „Umso wichtiger ist es, Aufsichtspersonen aber auch Kinder durch gezielte Maßnahmen über potentielle Gefahren aufzuklären. Denn durch die Stärkung des Risikobewusstseins sowie das Treffen einfacher Sicherheitsvorkehrungen lassen sich viele Alltagssituationen schnell entschärfen und Haushalte im Handumdrehen kindersicher gestalten, so dass Unfälle gar nicht erst passieren.“

Kinderunfallbilanz 2014: Zahl der verunglückten Kinder wieder gestiegen

Rund 165.000 Kinder verunglückten im Jahr 2014 bei Unfällen in Österreich (2013: rund 160.000). Durchschnittlich (2010 bis 2014) verunglückt hierzulande alle drei Minuten ein Kind unter 15 Jahre, etwa alle zwei Wochen stirbt ein Kind an den Folgen eines Unfalles. Unfälle im Kindes- und Jugendalter sind eine der häufigsten Ursachen von Todesfällen und ernsthaften Körperschäden. Dabei ereignet sich der Großteil der Unfälle nicht wie fälschlicherweise angenommen im Straßenverkehr, sondern im vermeintlich sicheren Zuhause: 75 Prozent der Kinderunfälle passieren in den eigenen vier Wänden und in der Freizeit (ca. 123.000 verletzte Kinder unter 15 Jahren im Jahr 2014. Mehr als 20 Prozent ereignen sich in der Schule und beim Schulsport, wohingegen nur zwei Prozent der Kinderunfälle den Straßenverkehr betreffen. Hauptunfallursachen sind meist Stürze, die u.a. Knochenbrüche, gefolgt von Prellungen und offenen Wunden nach sich ziehen.

„Das Wissen, wie man Unfälle vermeiden kann, aber auch, was im Ernstfall zu tun ist, kann Leben retten“, schließt Thann.

VISION ZERO 2020

Die KFV-Sicherheitstour ist Teil der vom KFV im letzten Jahr ins Leben gerufenen Initiative „Vision Zero 2020“. Kein getötetes Kind mehr in Österreich – so lautet das ehrgeizige Ziel der Initiative. Gemäß dem Motto „Volle Aufmerksamkeit - Null Unfälle!“ sollen gezielte Informationen und spannende Aktionen das Bewusstsein für den Schutz der Kleinsten steigern und Kinderunfälle durch praktische Präventionsmaßnahmen verhindert werden.